Weitere Ausstattungsstücke

Liednummernständer

Die beiden kunstvoll mit Schnitzarbeit versehenen Liednummernständer kommen beide aus dem Atelier von Leonhard Vogt in Memmingen. Derjenige auf der rechten Seite des Chorbogens wurde im Jahr 1897, der andere dagegen im Jahr 1901 gefertigt. Beide Tafeln hatten ursprünglich jeweils drei Zeilen, wurden Mitte der siebziger Jahre auf fünf und bei einer Restauration zum hundertjährigen Kirchenjubiläum auf sechs Zeilen erweitert. Bei dieser Restauration konnten inzwischen verlorengegangene Stücke ergänzt werden, wie z.B. ein Teil der Phönix-Schnitzerei, der jedoch nicht originalgetreu nachgebildet wurde.

In der Machart gleichen sich die Liednummernständer, doch die Details sind verschieden. Beide setzen sich zusammen aus einem Fuß, der beim älteren Liednummernständer pyramidale, beim jüngeren konvexe Form hat, einer mit Blätterkapitell geschmückten Säule und der Nummerntafel. Letztere besteht aus einem Ansatzstück mit zwei konkav nach oben schwingenden profilierten Bögen, die in je einer Volute enden, der eigentlichen Tafel und schließlich einem annähernd rundbogigen Giebel, der mit Krabben und einer Kreuzblume geschmückt ist.

 

Die Felder von Ansatzstücken und Giebeln schmücken Reliefschnitzereien. Die ältere der beiden Tafeln zeigt unten auf der einen Seite den Pelikan, Symbol für Christi Opfertod, und auf der anderen den Phönix (heute aufgrund der oben erwähnten Fehlstelle nicht mehr als solcher erkennbar), Sinnbild der Auferstehung Christi, oben dagegen auf der einen Seite zwei musizierende Engel in Halbfigur mit Laute und Notenblatt, auf der anderen einen Engel mit einem Spruchband, auf dem die Worte "Singet dem Herrn ein neues Lied" (Ps. 96,1; 98,1) stehen. Ein Akanthus- und ein Rosenstock zieren die unteren Felder der jüngeren Tafel, die oberen dagegen ein Violine spielender Engel und ein Engel mit Schalmei.

Auf den Emporen sind zwei Nummerntafeln angebracht, die im Jahre 1997 von einem Forchheimer Schreiner nach einem historischen Entwurf von Leonhard Vogt in leicht vereinfachter Weise hergestellt wurden.

Gestühl

Das Gestühl im unteren Kirchenschiff stammt aus der Werkstätte von Leonhard Vogt in Memmingen. Den Entwurf zu den im Jahr 1896 hergestellten Bänken fertigte Gustav Haeberle. Er orientierte sich dabei an einer Planskizze des Münchener Architekten Albert Schmidt (1841-1913), die für das Gestühl der damals im Bau befindlichen Lukaskirche in München bestimmt war. Die Bankwangen haben die Form eines Spitzbogens, wobei dessen eine Seite jeweils für die Rückenlehne senkrecht nach oben verlängert ist. Dieses Stück mündet in einen runden Knauf mit je fünf runden Krabben. In diesen Knauf und auch in beiden Seiten des Spitzbogens sind runde Medaillons mit Drei- und Vierpassreliefs eingelegt.

Auf den Querhausemporen befindet sich das Gestühl aus der Gereonskapelle von 1852. Beim Einbau desselben in die neue Kirche kurz nach deren Einweihung wurden immer mehrere Bänke zu längeren Einheiten zusammengefasst. Anlässlich einer Überarbeitung dieser Bankreihen im Jahr 1998 durch eine einheimische Schreinerei gingen die ehedem an jeder Bankwange befindlichen Notklappsitze verloren.

 

Fünf einzeln stehende Bänke auf den Emporen und im hinteren Bereich des Kirchenschiffs stammen ebenfalls aus dem Bestand der Gereonskapelle und waren ursprünglich im östlichen Nebenraum aufgestellt.

Die übrigen Bänke auf den Seitenschiffemporen wurden im Jahr 1904 nach Plänen von Heinrich Dolmetsch vom damaligen Mesner Schreinermeister Ludwig Meisel angefertigt. Es handelt sich dabei um eine Bankform, die Dolmetsch bei vielen seiner Kirchbauprojekte angewendet hat. Die Bänke sind an den Wangen dezent verziert und haben eine ergonomisch geformte Rückenlehne. - Die vorderste Bank auf der linken Emporenseite gehört nicht zu dieser Serie. Sie war bereits im Februar 1896 von der Schreinerei Franz Lukas Seitz in Würzburg als Musterbank für das damals noch in Planung begriffene Kirchengestühl geliefert worden.

Beleuchtung

Für die Beleuchtung der Kirche wurde zur Einweihung ein schmiedeeiserner Kronleuchter mit zwölf Kerzen für den Chorraum angeschafft, eine Stiftung der Familie von Wilhelm Rößner, einem der damaligen Besitzer der Forchheimer Künstlerfarbenfabrik Kreul. Er stammt von einem Schlossermeister namens Bogenhauser in Regensburg und wurde von der Landesgewerbeausstellung in Nürnberg 1896 angekauft. Bei der Renovierung des Chorraums im Herbst 1951 entfernte man den Kronleuchter und lagerte ihn ein. Zum Kirchenjubiläum im Jahre 1986 wurde er instandgesetzt und wieder in der Kirche aufgehängt, allerdings nicht mehr am ursprünglichen Ort, sondern im zweiten Langhausjoch.

Das aufwendig gearbeitete Stück ist folgendermaßen aufgebaut. Sechs Vierkantstäbe, die unten zusammengebündelt sind, erweitern sich nach oben hin zu einem Mittelstück, das oben und unten von umlaufenden Zierbändern fixiert wird, verjüngen sich weiter oben wieder, um dort von einer Krone abgeschlossen zu werden. Das Mittelstück dient als Basis für ein vielfach verschlungenes und üppig mit Blättern und Blüten verziertes Vierkantstrebewerk, das an jede seiner Ecke angesetzt ist. Im unteren Bereich läuft dieses Strebewerk jeweils in einen Leuchterarm aus. Eine Etage höher sitzt zwischen den Ecken des Mittelstücks auf je zwei nach oben schwingenden Vierkantstäben jeweils ein weiterer Leuchter.

 

Bevor die von Beginn an geplante elektrische Beleuchtung der Kirche realisiert werden konnte, gab es außer dem genannten Kronleuchter im Chorraum nur bewegliche Notlampen. Erst im Jahre 1912 erfolgte die Installation einer elektrischen Beleuchtung. Hierzu wurden neben Elektrifizierung des bisherigen Kronleuchters zwei weitere elektrische Kronleuchter in Kreisform mit je acht nach unten hängenden Lampenschirmen für das Mittelschiff neu angeschafft. Vermutlich kamen diese von der Kronleuchterfabrik Barthel in Chemnitz. Bis zum Jahr 1917 muss die Beleuchtung noch ergänzt worden sein, weil zu diesem Zeitpunkt zusätzliche Beleuchtungskörper erwähnt werden, nämlich zwei Kronleuchter in beiden Querhausarmen oben, sowie je eine Einzelleuchte unten, vier Einzelleuchten an der Orgel und eine weitere in der Vorhalle des Haupteingangs. Sämtliche dieser Beleuchtungskörper wurden im Jahr 1961 anlässlich der Kirchenrenovierung durch durch einfache Pendelleuchten mit leicht konischen Lampenschirmen aus Metall ersetzt.