Architektur

Der nur wenig eingezogene Chorraum erreicht beinahe die Höhe des Mittelschiffs und wird von einem Sterngewölbe mit Birnstabrippen und floral verziertem Schlusstein überspannt. Das Gewölbe ruht auf Dreiviertelsäulen, die bis auf die Höhe des umlaufenden Gurtgesimses gehen, das um sie herum verkröpft ist. Bis zum Jahr 1951 reichten die Säulen noch ein wenig weiter herab und liefen in blattgeschmückte Konsolen aus. In jeder Seite des Chorschlusses liegen im oberen Bereich drei hohe spitzbogige Fenster, darunter drei spitzbogige Blendarkaden. In den beiden seitlichen Arkaden finden sich segmentbogige Türöffnungen zu den beiden Sakristeien, in der mittleren liegt ein kleines Fenster in Dreipaßform. Nicht weit vor der Chorwand steht der um zwei Stufen erhöhte Altar.

 

Den Übergang zum Kirchenschiff markiert der bis an die Mittelschiffdecke reichende spitzbogige Chorbogen. Dessen breites Gewände und die Laibung wird von je einem Rundstab mit Blätterkapitellen auf Höhe der Kämpferlinie eingefasst. An der rechten Seite des Chorbogengewändes hat die Kanzel ihren Platz. Vor den drei Stufen, die unter dem Chorbogen zum Altarraum führen, steht der Taufstein, genau in der Mitte der Längsachse.

Das Langhaus hat fünf Joche. Haupt- und Seitenschiffe werden durch hohe spitzbogige Arkadenbögen voneinander getrennt. Diese Bögen ruhen auf Säulen, die in ihrem unteren Teil als abgefaste quadratische Ecksäulen ausgeführt sind, weiter oben über ein Achteck in Rundsäulen übergehen. Letztere werden von aufwendig gestalteten Blätterkapitellen bekrönt. Die beiden Seitenschiffe sind sehr schmal gehalten, was ihnen die Funktion von Gängen zuweist. Auf diese Weise wurde ermöglicht, alle Sitzplätze des Langhauses im Mittelschiff anzulegen und so den Blick nach vorne nicht durch Säulen zu behindern. Die Seitenschiffe und auch die beiden Querhausarme sind niedriger als das Mittelschiff.

An drei Seiten des Kirchenschiffs befinden sich umlaufende Emporen. Deren steinerne Brüstungen sind jeweils zwischen die Arkadenbögen eingespannt. Sie ruhen auf Segmentbögen, die ihrerseits wiederum auf steinernen Konsolen aufliegen. Im hintersten Langhausjoch nimmt die Empore die gesamte Jochtiefe ein und bildet so eine Orgelempore. Die Balustrade der Orgelempore liegt auf drei Segmentbögen, diese wiederum außen auf steinernen Konsolen, mittig auf zwei Rundsäulen mit Blätterkapitellen. In den Seitenschiffen befinden sich sowohl ober- als auch unterhalb der Emporen zwischen den Mittelschiffwänden und den Außenwänden Bögen auf Konsolen, die die einzelnen Joche voneinander abgrenzen. In der Stirn- und der Rückwand der Seitenschiffe ist Blendmaßwerk in Form dieser Bögen angebracht.

Es fällt auf, dass die Kreuzform der Kirche im Inneren fast völlig aufgehoben ist. Dies hängt damit zusammen, dass die Querhäuser vom Mittelschiff durch die beiden vorderen Langhausarkaden abgeriegelt werden. Die ringsum laufenden Emporen verstärken diesen Eindruck noch. Da zudem die Decken der Querhäuser nicht die Höhe des Mittelschiffs erreichen, können Lang- und Querschiff keine Vierung bilden. Die Querhäuser haben so im Inneren die Funktion von Erweiterungen der schmalen Seitenschiffe.

Ein Tonnengewölbe aus Fichtenholz überwölbt das Mittelschiff. Dessen Gurtbögen setzen sich nach unten ins Schiff bis knapp oberhalb der Säulenkapitelle fort, wo sie auf blattverzierten steinernen Konsolen aufliegen. Die Felder in den Zwickeln zwischen Gurtbögen und Mittelschiffwand sind mit floralen Durchbruchschnitzereien geziert. Auch die einzelnen Knäufe, die an den Kreuzungspunkten von Längs- und Querstreben sitzen, tragen jeweils florale Schnitzereien. Die Holzdecken der Seitenschiffe und der Querhäuser, sowohl ober- als auch unterhalb der Emporen, sind als Flachdecken ausgeführt und einfacher gehalten. Die Unterzüge zwischen Seiten- und Querschiffen werden auf beiden Seiten von je einer diagonalen hölzernen Deckenstütze auf steinernen Konsolen gestützt.

Als Baumaterial wurde für alle architektonischen Werkstücke des Innenraums zum größten Teil Schilfsandstein verwendet. Einige Abschnitte, z.B. die Bögen der Mittelschiffarkaden, bestehen aus verputztem Backstein. Die Innenwände des gesamten Raumes mit Ausnahme der Vorhalle des Haupteingangs sind verputzt. Dies hat vermutlich den Grund, dass das innere Mauerwerk damals aus Kostengründen nicht durchweg aus Sandstein erbaut werden konnte, sondern teilweise mit Backstein durchsetzt ist, wie die unverputzten Innenwände des Glockenturmes zeigen.

Der Bodenbelag im Chorraum stammt noch aus der Erbauungszeit der Kirche. Er besteht aus grau-grünen Zeiler Schilfsandsteinplatten, die von einem Band aus rötlichem Lohrer Sandstein eingefasst werden. Der sonstige Kirchenraum erhielt im Jahr 1979 einen neuen Plattenbelag, der dem ursprünglichen in Zuschnitt und Farbton jedoch genau nachgebildet ist. Lediglich die verwendeten Steinsorten, die aus dem Casteller Steinbruch stammen, sind andere. Einzig in der Vorhalle des Haupteingangs wurden bereits im Jahr 1974 neue Platten aus Jura-Marmor verlegt. Auf den Emporen befinden sich die originalen Holzdielenböden.

Die Vorhalle wird von einem Sterngewölbe überspannt, dessen Rippen auf floral verzierten Konsolen aufliegen. Die Wände ziert Blendmaßwerk, das im Gegensatz zum Kirchenraum als Sichtmauerwerk aus Rhätsandstein ausgeführt ist. Es besteht im Falle der Seitenwände aus aus zwei Spitzbogenarkaden mit darüberliegendem Kreissegment. Von jeweils einer dieser Arkaden gehen die Türen in die Treppentürme ab. Kurze kreuzgratgewölbte Gänge führen durch je eine Spitzbogenöffnung in die Treppentürme. Über steinerne Wendeltreppen gelangt man auf die Emporen. Ein achtstrahliges Gewölbe auf einfachen Konsolen schließt beide Emporenaufgänge nach oben hin ab. Die Schlussteine dieser Gewölbe tragen jeweils ein Dreipaßrelief.

Über der Vorhalle liegt der Turmraum, der wie diese mit einem Sterngewölbe versehen ist. Er wird von dem großen Maßwerkfenster über dem Hauptportal erhellt. Durch einen Spitzbogen, dessen Gewände demjenigen des Chorbogens gleicht, öffnet sich der Turmraum zum Kirchenschiff hin. Diese Bogenöffnung wird jedoch vollständig von der Orgel verdeckt.

Die beiden Nebenräume haben Holzdielenböden und flache Holzdecken, die denjenigen in den Seiten- bzw. Querschiffen der Kirche exakt gleichen. Die Vorhallen zu den Nebenräumen werden von einem Kreuzgewölbe auf einfachen Konsolen und Vierpaßrelief im Schlusstein überspannt.